IMMOBILIENKAUF in Frankreich – Grundlagen

Hauskauf in Frankreich

Worauf Sie beim Hauskauf in Frankreich achten sollten. Verträge, Erbrecht, Rücktrittsrecht.

  1. Makler (Agents Immobiliers) unterliegen in Frankreich strengen Gesetzen und haften bei eventuellen Schwierigkeiten.
  2. Nicht vorgeschrieben ist das Einschalten eines Anwalts, wohl aber das eines Notars (Notaire). Er prüft die Hypothekenfreiheit des Objekts, garantiert die Eigentumsverhältnisse und wickelt den Zahlungsverkehr ab.
  3. Vermeiden Sie Interessenkonflikte. Meist lohnt es sich, wenn Käufer und Verkäufer jeweils ihren eigenen Notar haben.
  4. Wenn keine Zahlung außerhalb der Buchhaltung des Notars erfolgt, wird auch die leider übliche Praxis des Forderns verschleierter
    Kaufpreiszahlungen vermieden.
  5. Wenn Sie eine Immobilie erwerben, die Sie später vererben möchten, setzen Sie sich vor dem Kauf mit dem – sehr komplexen – französischen
    Erbrecht auseinander.
  6. Viele Frankreich-Immobilien sind sanierungsbedürftig. Lassen Sie sich bezüglich der entstehenden Kosten von Experten beraten. Problematisch bei Altbauten sind oft bleihaltige Bauteile, Asbest oder Termitenbefall.
  7. Vor dem Kaufvertrag (Compromis de Vente) schließt man oft einen Vorvertrag (avant-contrat- Compromis de Vente) ab. Darin müssen auch Darlehen vermerkt werden. Erhält man den geplanten Bankkredit nicht, kann man vom Vorvertrag zurücktreten.
  8. Mit Übergabe des Kaufvertrags beginnt eine siebentägige Widerrufsfrist, während der man sich ohne Angabe von Gründen aus dem Vertrag
    zurückziehen darf.
  9. Mit dem Unterschreiben des Kaufvertrags wird das Eigentum übertragen und unter notarieller Aufsicht im Grundbuch (livre foncier) eingetragen.
  10. Die Überweisung des Kaufpreises erfolgt auf das Bankkonto des Notars.

Daten & Fakten

Die wichtigsten Daten

Fläche: 547.030 km2, Bevölkerung: 60,4 Mio.; Verfassung: Republik, Gründungsmitglied der Europäischen Union; Hauptstadt: Paris (2,15 Mio. Einwohner; Großraum 9,65 Mio.).

Wer darf was kaufen?

Hinsichtlich der Nationalitäten gibt es keine Kaufbeschränkungen. Auch denkmalgeschützte Objekte können erworben werden; bleiben sie öffentlich zugänglich, winken Steuervorteile.

Die interessantesten Regionen

Toplagen sind – neben Paris – die Côte d’Azur, die Provence und das Languedoc-Roussillon. Ebenfalls hoch im Kurs stehen die Küsten der Normandie, der Bretagne und Aquitaniens sowie im Landesinneren Périgord, Burgund und Gascogne. Nach jahrelangen Höhenflügen stehen die Preise aktuell stark unter Druck. Frankreich wandelt sich vom Verkäufer- zum Käufermarkt.

Kaufnebenkosten

5 bis 8% des Kaufpreises für Grunderwerbsteuer und Notarkosten

Laufende Kosten

Individuell errechnete Bodensteuer (taxes foncières) und Wohnsteuer (taxe d’habitation); außerdem Abgaben für Müllabfuhr, Strom etc.